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Prinzipien

Genossenschaftliches Prinzip: Mensch vor Rendite

Der Grundgedanke aller Genossenschaften ist der gleiche: Was einer alleine nicht schafft, das erreichen viele gemeinsam. Beim BWV sind dies heute fast 2.500 Mitglieder, die sich den genossenschaftlichen Leitprinzipien der Selbstbestimmung und Selbsthilfe verpflichtet haben.

Jedes Mitglied ist zur Zeichnung von Genossenschaftsanteilen verpflichtet, mit denen der BWV wirtschaftet, wobei alle Gewinne vollständig in die Rücklagen fließen. Je größer die Wohnung, desto mehr Anteile. Unabhängig von der Menge der Geschäftsanteile hat jedes Mitglied nur eine Stimme, mit der es basisdemokratisch bei der jährlichen Mitgliederversammlung über die genossenschaftlichen Anliegen und die Aufsichtsratswahl abstimmen kann.

Durch bauliche Veränderungen an unseren rund 1.500 Wohnungen unterstützen wir unsere Mitglieder darin, so lange wie möglich in ihren vertrauten Lebensräumen zu verbleiben. Es gilt für jeden Mieter lebenslanges Wohnrecht. Besonders verpflichtet fühlen wir uns außerdem der Förderung von jungen Familien mit Kindern.

Organe der Genossenschaft

Grafik-Struktur-BWV

BWV – der Name, die Geschichte

Elf Gründungsgenossen schlossen sich im März 1899 zu einer klassischen Selbsthilfeeinrichtung zusammen: der Genossenschaft „Beamten-Wohnungs-Verein“, die sich der Wohnungsbeschaffung für Mitglieder verpflichtete. Mit 10 Mark „Eintritt“ nahmen die Gründungsgenossen anfangs nur Beamte, Lehrer sowie deren Witwen und alleinstehende Töchter auf, die in Frankfurt und 30 Kilometer drumherum wohnten.

Schon ein Jahr nach der Gründung war das erste Gebäude bezugsfertig, die Scheidswaldstraße 43–47 in Bornheim: ein trutziger Gründerzeitbau mit dicken Mauern und Sandsteingesimsen, aber ohne aufwendige Ornamente und kostentreibende Fassadenverzierungen. Die ersten 14 Familien ziehen ein und freuen sich über den Luxus einer Toilette in der Wohnung anstatt im kalten Treppenhaus sowie ein Frankfurter Bad im Schlafzimmer.

Zwanzig Jahre nach der Gründung ist unser Beamten-Wohnungs-Verein auf über 1.000 Mitglieder angewachsen. Sie haben die ersten 69 Mietshäuser mit insgesamt 255 Wohnungen gebaut, ab 1919 mit elektrischem Licht. Während des Ersten Weltkriegs erhielten bedürftige Familien Mietermäßigung. Die Weltwirtschaftskrise 1929 betrifft den BWV so stark, dass die Mieter ihre Wohnungen auf eigene Kosten instandsetzen müssen. Im Zweiten Weltkrieg wird die Hälfte aller Wohngebäude in Frankfurt zerstört – auch von 791 genossenschaftlichen BWV-Wohnungen blieben nur 186 unversehrt, 304 sind komplett zerbombt. Viel Eigeninitiative und Selbsthilfe sind daher in der Wiederaufbauzeit der 1950er Jahre gefragt, um neuen Wohnraum entstehen zu lassen.

Nach 1945 öffnete sich der Beamten-Wohnungs-Verein für alle Frankfurter:innen, unabhängig von Beruf und Status. Die Einschränkung auf Beamte wird fallengelassen, der Name bleibt: BWV.

Heute zählt unsere Solidargemeinschaft rund 2.500 Mitglieder, denen knapp 1.500 Wohnungen in 12 Frankfurter Stadtgebieten sowie eine Seniorenwohnanlage in Bornheim-Ost und ein Mehrgenerationenhaus auf dem Riedberg gehören. Unsere Wohngebäude sind sehr gut gepflegt und entsprechen modernen energetischen Anforderungen. Wir sind eine solide, finanziell unabhängige Wohnungsgenossenschaft mit langer Tradition, die in einer Zeit der Wohnungsnot gegründet wurde – und das ist heute so aktuell wie damals.

Im deutschen Kaiserreich herrschte akute Wohnungsnot. 11 städtische Beamte nehmen 1899 ihr Schicksal in die Hand und gründen den Beamten-Wohnungs-Verein.  Unser erstes Wohnhaus für BWV-Mitglieder wurde in der Scheidswaldstraße in Bornheim errichtet – und steht heute noch.
Im deutschen Kaiserreich herrschte akute Wohnungsnot. 11 städtische Beamte nehmen 1899 ihr Schicksal in die Hand und gründen den Beamten-Wohnungs-Verein.  Unser erstes Wohnhaus für BWV-Mitglieder wurde in der Scheidswaldstraße in Bornheim errichtet – und steht heute noch.
Liegenschaft Scheidswaldstraße in den 1970er Jahren.
Liegenschaft Scheidswaldstraße in den 1970er Jahren.
Liegenschaft Scheidswaldstraße heute.
Liegenschaft Scheidswaldstraße heute.