Wenn es dem BWV gut geht, geht es uns allen gut
Frankfurt-Bornheim
Ich bin schon seit fast zwanzig Jahren Mitglied beim BWV. Zuerst wohnte ich als Freundin eines Mitglieds in der Falltorstraße, heute wohne ich mit meinem Mann und unseren zwei kleinen Kindern in der Scheidswaldstraße. Wir haben uns vor vierzehn Jahren an der Goethe-Universität hier in Frankfurt in einem Seminar der Amerikanistik kennengelernt.
Wir sind so froh, diese tolle Wohnung gefunden zu haben. Die vorherige war mit unserem Nachwuchs einfach zu klein geworden. Und es ist auch noch das erste Gebäude, das der BWV 1899 gebaut hat. Das Ehepaar vor uns hat viele Jahrzehnte darin gewohnt und ein gutes Ambiente hinterlassen. Es gibt noch in zwei Zimmern ein paar Stuckornamente, schöne alte Kassettentüren und viele liebevolle Details aus der Gründerzeit. Nach der Sanierung schätzen wir aber doch auch den modernen Wohnkomfort in alten Gemäuern und den vielen Platz für die Kinder.
Wir sind so froh, diese tolle Wohnung gefunden zu haben
Als Hochschul-Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin lese ich sehr viel wissenschaftliche Literatur, da bleibt für privates Lesevergnügen keine Zeit. Mein Sohn mag zurzeit am liebsten die „Geschichte Nummer 1“ von Eugène Ionesco. Ich selbst habe als Kind schon unglaublich gerne und viel gelesen und auch Bücher selbst gebastelt.
Meine Kinder und ich haben heute ein anderes Selbstbewusstsein als meine Eltern damals. Für meine Eltern, die in den 70er Jahren von Ghana nach Deutschland kamen und hier bei der US-Armee arbeiteten, war der Einstieg in Frankfurt nicht so leicht. Wir waren die erste migrantische Familie in einem kleinen dörflichen Stadtteil, da habe ich auch feindselige Kindheitserinnerungen aus den 80er/90er Jahren. Man kann schon sagen, dass sich Dinge verändern. Ich gehöre ja zu einer Generation von schwarzen Deutschen, die hier geboren und aufgewachsen ist. Trotzdem ist Diskriminierung gerade auf subtiler Ebene und auch strukturell ein Thema, wo immer noch viel getan werden muss. Strukturell meint auch Dinge, die wir alle lernen – auch die Betroffenen selbst – und die man dann mit großer Mühe versuchen muss, wieder zu ent-lernen.
Für mich ist es fast das Wichtigste, dass es non-profit ist
An der genossenschaftlichen Idee gefällt mir, dass es gemeinschaftlich ist und dass wir Mitglieder das selbst verwalten. Dass es also nicht darum geht, Profit zu machen. Das sind grundsätzliche Werte, die wir auch unseren Kindern mitgeben wollen: der gemeinschaftliche Gedanke, weg von dem vorherrschenden Hyperkapitalismus.
Dem BWV wünschen wir ein langes, gutes Leben, denn wenn es dem BWV gut geht, geht es uns allen gut.
Ein Haus mit Geschichte und Beständigkeit: Unsere Mieterin wohnt mit ihrem Ehemann und zwei Kindern in dem Bornheimer Gebäude, das die elf Gründungsgenossen des BWV als Erstes errichteten.