Mit 85 eine überzeugte Genossin
Frankfurt-Bornheim/Ostend
Wir sind alle Wohnungsgenossen: Schon mein Opa war beim BWV, meine Eltern, ich selbst, meine Kinder und sogar einige meiner Enkelkinder. 1946 bin ich mit meinen Eltern in die Waitzstraße gezogen, da war ich acht Jahre alt – und habe dort fast 40 Jahre lang gelebt. Auch meine Kinder habe ich dort geboren.
Der BWV war damals die erste Adresse in Frankfurt!
Vier Zimmer, fließendes heißes Wasser und im kleinen Bad eine mächtig große Badewanne mit Füßen. Die Wohnung war schon etwas Besonderes und sehr hell. Wir können uns auch noch gut erinnern an den Kohleaufzug, mit dem wir die Eierkohle in zwei Blecheimern in die Küche bugsierten. Auf der Straße war nicht viel los, die Kinder haben Räuber und Gendarm gespielt. Ich habe zehn Jahre als Sekretärin bei der Samson AG am Kaiserlei gearbeitet und später – ich hatte DOB (Damenoberbekleidung) gelernt – in der Exklusivabteilung bei P&C auf der Zeil. Nur hochwertige Marken, man musste dort top angezogen sein, außerdem konnte ich recht gut Englisch. Auf der Zeil fuhr in den 60er/70er Jahren noch die Straßenbahn, auf die ist man einfach aufgesprungen, die hielt gar nicht.
Frankfurt ist meine Herzensstadt
Aber New York hat mir auch sehr gut gefallen. Die fünf Jahre mit meinem Mann waren einzigartig. Wir wohnten im 16. Stock mit Blick auf die MET und genossen Kunst und Sommerkonzerte im Central Park, auch an den Cheesecake erinnere ich mich gerne. Nach meiner Rückkehr zog ich als BWV-Mitglied in die Ruprechtstraße und vor ein paar Jahren in dieses schicke Gebäude am Parlamentsplatz. Ich wollte mich auf mein Alter vorbereiten und das ging mit dem BWV sehr gut. Das genossenschaftliche Konzept stimmt schon. Es gibt hier einen Aufzug, meine zwei großen, sehr hellen Zimmer mit seniorengerechtem Bad und riesigem Balkon sind genau richtig für mich. Alle Nachbarn sind nette Leute, hier gibt sich jeder Mühe, keiner schimpft, sondern man hilft sich gegenseitig
Ich hatte immer eine nette Nachbarschaft
Ich bin die Älteste im Haus und ich liebe die vielen Kinder hier! Der Vorteil des BWV ist doch, dass auch alle Kinder genossenschaftlich und günstig wohnen können. Ich bin froh, dass es ihn gibt, wer kann sich Wohnen in Frankfurt in einem Neubau ansonsten schon leisten? Ich bin selbst 85 und wünsche dem BWV zu seinem 125. Geburtstag, dass er hoffentlich auch weiterhin so gut für seine Mitglieder sorgt!



