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Ich bin dem BWV sehr dankbar

Frankfurt-Nordend

Der feine Duft von Orangen zieht durch den Raum. Unser Gewerbemieter Achim L. betreibt sehr erfolgreich im frisch modernisierten und aufgestockten Nibelungendreieck seine Kochschule „Küchenwerk“. Neben den Äpfeln aus dem Vogelsberg warten frische Thymian-Stengel darauf, sich mit Butter und Honig zu einem kulinarischen Gesamtkunstwerk zu vereinen – für 24 Gäste erwartet der gelernte Koch an diesem Abend, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

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Ein Zuhause für den ewigen Kreislauf des guten Geschmacks

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Berge von Spinat, Spargel und Fleisch sind – überwiegend regional – eingekauft worden. Mit seiner „kleinen Armee von Aushilfen“ wuppt der Koch mit den charakteristischen (Gesichts-) Koteletten den Laden. Spülen, Einräumen, Gäste empfangen, abservieren und neu eindecken … den ewigen Kreislauf des guten Geschmacks kann man nicht als Einzelperson füttern. Seit 15 Jahren gibt es die Kochschule Küchenwerk und ihre Besonderheit ist das Konzept des Selberkochens. Jeder Gast erhält ein Glas Prosecco von der gut bestückten Getränkebar, bindet sich die Küchenwerk-Schürze um und nimmt seinen Platz an einer von vier Kochstationen ein: Dort liegen Handwerkszeug, Lebensmittel und Rezept bereit. Im Trend sind Rezepte aus der vegan-vegetarischen Küche sowie aus der Südtiroler Alpenküche, so unser Gewerbemieter.

Genossenschaftlich Mieten: kein Innenstadtwucher!

Der Küchenwerk-Chef ist gelernter Koch und in Bayreuth großgeworden. Nach einem Jahr hatte sich das Restaurant, in dem er dort wirkte, den ersten Stern erkocht, da kann man schon stolz sein. Sein Talent zeigte sich schon früh: Als 15-Jähriger kochte er anspruchsvolle Rezepte aus Zeitschriften nach und toppte damit haushoch seine ersten kindlichen Kochversuche: Schinkennudeln mit Ei und Ketchup. „Meine Buben müssen helfen“ hieß die Devise seiner Mutter. Konsequent hatte sie ihre Jungs beim Abstauben und Putzen haushälterisch selbstständig werden lassen und ihnen auch das Kochen beigebracht. Welch ein Glück.

Den Sprung zu seinem Küchenwerk-Traumberuf wagte Achim L. 2008 und zog als Nachmieter eines Küchenstudios ein. Nach kräftezehrenden Monaten des Ein- und Umbaus hatte er sein einladendes Studio in Backsteinoptik entstehen lassen. Wie hat er als Selbstständiger zum Beispiel die Corona-Pandemie überstanden? „Das Überbrückungsgeld hatte geholfen, das solide Wirtschaften vorher auch. Energie und Versicherungen sind teurer geworden, aber die Miete entspricht trotz guter Lage keiner Innenstadtmiete, da bin ich der Genossenschaft sehr dankbar.“

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